Freitag, September 07, 2001

Haltern am See, Wasserabsenkung im Stausee

Germany, NRW, HALTERN

Wasserabsenkung wegen Reparaturarbeiten am Stauwehr



Im Halterner Stausee wurde der Wasserstand in der Zeit vom 22.8.01 bis 24.8.01 um ca.
zwei Meter gesenkt. Grund für die Wasserreduktion seien notwendige Reparaturarbeiten am
Stauwehr und im Tostbecken. Diese Reparaturarbeiten müssten in den Sommermonaten
erfolgen, da in dieser Zeit mit dem geringsten Niederschlägen zu rechnen sei, so die
Einschätzung von Friedrich Reh vom Wasserwerk der Gelsenwasser AG in Haltern. Die
Reparaturarbeiten wären in ca. sechs Wochen beendet (ca. Anfang Oktober). Ökologische
Schäden seien durch diese Absenkung in sehr kurzer Zeit nicht zu befürchten. Die
betroffenen Uferregionen seien hauptsächlich mit Steinen befestigt, auf denen zur Zeit
lediglich Muscheln vorhanden wären, so die Einschätzung von Burkhard Westphal von der
Westfälischen Wasser-und Umweltanalytik in Gelsenkirchen

Öffentlichkeitsarbeit:

Eine Absenkung des Wasserspiegels sei laut Wasserecht bis zu 6,50 Meter durch den
Betreiber eines Stausee erlaubt, ohne die zuständigen Interessengruppen (z.B.
Naturschutzverbände, Sportvereine etc.) einzubeziehen. Eine Unterrichtung der Öffentlichkeit
wäre in ausreichendem Maße über die regionalen Medien erfolgt, sagte Reh. Auch die am
Halterner Stausee ansässigen Segelclubs hätten eine entsprechenden Pressemitteilung
erhalten. Im Gegensatz dazu wurde diese Pressemitteilung im Internet auf der Seite der
Gelsenwasser AG und in den Online-Archiven der entsprechenden Tageszeitung nicht
veröffentlicht. Für die Paddler und Schwimmbadbenutzer kam diese plötzliche
Wasserverminderung völlig überraschend. Entsprechende Erklärungen fehlten in den
Bootshäusern und im Schwimmbad. Die Paddler können vorhandene Stege nicht mehr
benutzen, die Boote müssen über eine längere Strecke getragen und der Einstieg ins Boot
kann nur im modrigen, schlammigen Untergrund gewagt werden,für ältere Paddler
unzumutbar.

Durch das Absterben der Muscheln und einiger Pflanzen im Uferbereich entsteht ein
sehr unangenehmer Geruch. Die Muscheln, die durch die Absenkung des Wasser nun im
Schwimmerbereich des Strandbades sichtbar werden, stellen eine große Gefahr für die
Schwimmbadgäste dar, da die Muscheln sehr scharf sind und die Füße verletzen können.



Saugbagger:

Durch die Absenkung des Wasserspiegels würde der zur Zeit auf dem Stausee
schwimmende Saugbagger keine tieferen Sandschichten als vorgeschrieben abbauen, so Reh
weiter. Das Landesobergamt würde die Tiefe des Sandabbaus auf dem Grund des Halterner
Stausees durch einen unabhängigen Vermesser überprüfen, erläuterte Reh. Erlaubt ist der
Abbau bis zu einer Tiefe von 15 Metern.





Gelsenwasser AG
http://www.gelsenwasser.de

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